Anthroposophische Gesellschaft in Deutschland

Alanus - Zweig Hanau


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Alanus - Zweig

 

Alanus ab Insulis

Alanus ab Insulis (gest. 1203) war einer der großen Lehrer der Schule von Chartres; von seinen äußeren Lebensumständen ist er wenig bekannt. Im Werk Rudolf Steiners erscheint er als der entscheidende Vertreter des christlichen Platonismus im Mittelalter.

Das Werk des Alanus (leider gibt es nicht viele deutsche Übersetzungen) lässt seine geistige Gestalt erkennen: Alanus sah die menschliche Zukunft in Christus. Er blickte auf eine Zeit, in der der alte Glaube zu Ende geht und durch neue Formen der Erkenntnis abgelöst wird. Dieser Weg ist aber nicht durch den Verzicht auf die christliche Tradition, sondern durch ihr richtiges Verständnis gangbar. In der christlichen Überlieferung, beispielsweise in den Texten des Neuen Testamentes, wird nämlich deutlich, dass Christus den einzelnen Menschen zur Entwicklung seines Wesens führen kann. Dieses Menschenwesen beruht zunächst auf der geistigen Selbsterkenntnis. Der Mensch kann sich selbst erkennen, wenn er sich von den Illusionen über sich ab- und dem Licht zuwendet, das durch Christus in die Welt gekommen ist.

So kann Alanus den durch Selbsterkenntnis verwandelten Menschen als eine Burg des Christus verstehen:

Bescheidenheit ist der Wall in dieser Burg,

ihre Mauer ist der Wille,

der Turm die Stärke,

die Zinnen Geistessicherheit

und die Verteidiger des Turmes sind die guten Gedanken.

Wenn der Mensch sich auf diesen Weg der Geistesentwicklung begibt, sind Spiritualität und Erkenntnis keine Gegensätze mehr. Hier liegt ein Anknüpfungspunkt für anthroposophische Aufgabenstellungen in unserer Zeit.

 

Die Geschichte des Alanus-Zweiges

Am 15. Mai, dem Himmelsfahrtstag anno 1958 um 17 Uhr fand die Gründungsfeier des Hanauer Zweiges der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland statt. Dadurch sollte die Arbeit im Einvernehmen mit dem Vorstand der Anthroposophischen Gesellschaft am Goetheanum in Dornach (Schweiz) in Hanau intensiviert werden.

Es war wohl eine Schicksalsgruppe von Menschen, die sich in Hanau fand, um Anthroposophie in diese Stadt zu bringen, in der keiner dieser Menschen geboren und aufgewachsen war.

Im Jahre 1991 erhielt der bis dahin namenlose Hanauer Zweig den Namen Alanus - Zweig. Die feierliche Namensgebung erfolgte im Jahre 33 nach der Zweiggründung 1958 und sollte dazu beitragen, sich auf seine Aufgaben neu zu besinnen, auch unter dem Aspekt, den Menschen den Weg zur Anthroposophie bahnen zu können, denen, die ihn suchen, so wie es einst auch die große Individualität Alanus ab Insulis vermochte, die richtigen Gedanken, das richtige Wort, das richtige Verhalten für seine Zeit und für die Zukunft der Menschheit zu finden und zu vermitteln.